Sachzwang FM

Sachzwang FM

Der Sachzwang ist bloße Ideologie. Gleichzeitig ist er aber auch real. Ideologie "wird zur materiellen Gewalt, sobald sie die Massen ergreift", bemerkte schon Karl Marx. Und es gibt keinen Grund anzunehmen, daß dies nicht auch für die Kritik aller Ideologie gelten soll. Mit diesem Verhältnis von Subjektivem zu Objektivem ist gleichzeitig auch schon alles über das "Verhältnis von Theorie und Praxis" gesagt. Immer nur Radio hören! Immer nur lesen! Immer nur klug daherfaseln! Tu doch mal was! Von wegen ...

Wer sich mit (womöglich moralischer) Kritik an "Mißständen" begnügt, ohne der Struktur des selbstgenügsamen Systems von Sachzwängen auf den Grund zu gehen -- und damit gleichsam eine neue Welt zu entdecken, die doch die alte ist --, endet bestenfalls als sentimental appellierender Naivling; schlimmstenfalls wird jedoch, wer das Bestehende in dessen eigenen Kategorien "kritisiert", zum Teil jener konformistischen Revolte, die sich Faschismus nennt.

 

Eine detailliertere Übersicht über vergangene Sendungen und Themen fand sich hier:

http://www.aff-bawue.org/querfunk-sachzwang.html

 

 

Redakteur(e): 

Typen Typen Typen – Typologie und Typografie

Sendung: 

Der sich selbst genügende gesellschaftliche Pluralismus lebt von einer Vielfalt der Typen von Menschen. Unter dem Titel "Der Zuschauer" präsentieren wir eine Variantenschau des pluralen Konformismus, eine "Typologie der verschiedenen ökonomischen, politischen, psychologischen, sexuellen und besonders intellektuellen Rollen, unter denen die Kontemplativität des Zuschauers", und Sachzwang FM möchte ergänzen: des Zuhörers,* "personam aufzutreten pflegt – sowie über einige Mittel, ihnen abzuhelfen" (2005).

Sendungstermin
Sonntag, 19. Juli 2026 - 20:00 bis 22:00
Freitag, 7. August 2026 - 14:00 bis 16:00

Klassenclown und Schulhofschläger in einem

Sendung: 

Donald J. Trump zum 80. Geburtstag

Dystopischer Demiurg, gefährlicher Suppenkasper. Fürwahr, über Trump scheint nach zehn Jahren längst alles gesagt. Eigentlich hätte man eine solche Führungskraft nicht schon nach nur so wenigen Jahren Konzern-Intelligenz (KI) erwartet. Aber offenbar dreht sich die Erdkugel schneller als gedacht. Die bestürzende Klischeehaftigkeit der Figur Trump – seiner politischen Ziele, seiner rabiaten Methoden, seines öffentlichen Gebarens – ist sicherlich geeignet, das analytische Denken und die Urteilsfähigkeit mittelfristig zu beschädigen.
Allzu viel Personalisieren ist nie gut, und so wird es uns auch um gesellschaftliche, ideologische Trends gehen, deren Symptom der bizarre CEO-Politiker doch bloß ist, auch wenn er sich für einen bedeutenden Weltenlenker hält. Denn die eigentlich interessante Frage ist doch, wie Millionen und Abermillionen Menschen tatsächlich glauben können, ausgerechnet ein Milliardär helfe als „Anwalt des kleinen Mannes“ gegen „das Establishment“ und „die da oben“.

 

Sendungstermin
Sonntag, 21. Juni 2026 - 20:00 bis 22:00
Freitag, 3. Juli 2026 - 14:00 bis 16:00

Unter irrem Zwang, „not because it is easy“

Sendung: 

Im Juli 1969 betraten erstmalig Menschen den Mond

Der Mond blendet nicht wie die Sonne. Sein kaltes, fahles Antlitz läßt sich genau beobachten, er übt eine eigenartige Faszination aus, der einzige Himmelskörper, dessen Oberfläche deutlich zu sehen ist. Er strahlt eine eigentümliche Melancholie aus, vielleicht sogar den Tod. Manche Menschen werden sprichtwörtlich mondsüchtig.
Ist die Sonne Symbol des Erfolgs, des Diesseitigen und Offensichtlichen, des Drastischen und positiver Strahlkraft, so der Mond Ebenbild des Subtilen, der Romantik und Sehnsucht, des Geheimnisvollen und Hintergründigen, bis hin zu gefährlich-schwindeligem Wahn und irrer Verstiegenheit. Dem Mondlicht wird eine kirre machende Wirkung nachgesagt. Hunde und Wölfe heulen den Mond an. Kaum ein Horrorfilm kommt ohne die beklemmend ausgeleuchtete Atmosphäre aschfahlen Mondlichts aus.

Für nicht wenige Menschen war 1969 die live im Fernsehen zu verfolgende Landung von Menschen auf dem Mond ein Schlüsselereignis, womöglich der kulturelle Höhepunkt des Jahrhunderts, jedenfalls einer der ersten Momente live hergestellter medialer Weltöffentlichkeit überhaupt. Ein Augenblick der Zäsur, wie 9/11 oder die Detonation in Hiroshima – freilich einer der seltenen Fälle ohne traumatische Komponente.

 

(Wiederholung einer Sondersendung von 2019)

 

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Sendungstermin
Freitag, 29. Mai 2026 - 14:00 bis 16:00

Der beforschte Linksradikalismus

Sendung: 

Frankfurter Schule _ Anarchismus _ Marxismus

Für gewöhnlich beargwöhnen sich die zersplitterten Fraktionen der radikalen Linken, und alle haben sie gute Argumente dafür, die anderen suspekt zu finden ... Und irgendwie haben sie alle sogar irgendwo recht: Denn "kleinbürgerlich" und sektiererisch, das sind sie, also die anderen.

Immerhin aber lassen sich die ideologischen Differenzen, die oft so gravierend gar nicht sind, erforschen. Und so entdecken Akademiker heute die Revolutionstheorie, untersuchen Aspekte und Bezüge und evaluieren Ansätze, "nachdem die Veränderung der Welt mißlang".

 
 
Sendungstermin
Sonntag, 17. Mai 2026 - 20:00 bis 22:00
Freitag, 5. Juni 2026 - 14:00 bis 16:00

Dem Geldrätsel auf der Spur

Sendung: 

Exeget, ohne Erbsenzähler zu sein: Hans-Georg Backhaus (1929–2026)

»Sie wissen das nicht, aber sie tun es«, sagt Karl Marx über das Verhältnis der Menschen zu ihrer Gesellschaft, die sich, so seine Analyse, über Tauschverhältnisse herstellt und dennoch alles andere als frei von Herrschaft und Ausbeutung ist: Um kaufen zu können, müssen sie irgendetwas verkaufen, und das ist in aller Regel ihre Arbeitskraft. Wer das verstehen will, taucht ein in eine Welt aus Philosophie, Soziologie, Ökonomie, ein esoterisch anmutendes Begriffsuniversum zwischen Wissenschaft und Rabulistik ...

 
Sendungstermin
Sonntag, 19. April 2026 - 20:00 bis 22:00
Freitag, 1. Mai 2026 - 14:00 bis 16:00

»Abnutzungskrieg«

Sendung: 

Der Ukrainekrieg geht ins fünfte Jahr

Die ersten Reaktionen waren die schrillsten: In den Talkshows saßen auf einmal stocksteife Militärs in Uniform, um diese naiven und unkundigen Zivilisten über den Ernst der Lage zu belehren. Es war ein echter 1914-Moment. Schreckensvision damals im Frühjahr 2022 war, der Krieg könne "vielleicht bis zum Sommer andauern" ...

 

Sendungstermin
Sonntag, 15. März 2026 - 20:00 bis 22:00
Freitag, 3. April 2026 - 14:00 bis 16:00

Die große WEIGERUNG – aktueller denn je?

Sendung: 

»Als die Krawalle ausbrachen in Rom, war Herbert Marcuse da, als die Krawalle ausbrachen in Paris, war Herbert Marcuse da, als die Krawalle ausbrachen in Berlin, war Herbert Marcuse da.«

Es ist kaum übertrieben, den Sozialphilosophen Herbert Marcuse als den spiritus rector der Achtundsechziger-Rebellion zu bezeichnen. Vielleicht nicht das Hauptwerk, aber bekannteste Buch des Neomarxisten war »Der eindimensionale Mensch«. Als Triebkraft der Umwälzung könne nicht mehr die domestizierte Arbeiterschaft der westlichen Länder gelten, sondern nur noch marginalisierte Milieus und Subkulturen; diese seien allerdings minoritär, unorganisiert und sich ihrer objektiv oppositionellen Rolle oft nicht einmal bewußt ...

 

Sendungstermin
Sonntag, 15. Februar 2026 - 20:00 bis 22:00
Freitag, 6. März 2026 - 14:00 bis 16:00

Aussitzen, ignorieren, »zurückweisen«. Wie es Kritik ergeht

Sendung: 

Freerk Huisken klärt auf, warum Kritik umso höher im Kurs steht, je weniger sie auszurichten vermag. Außerdem soll es um die Frage gehen, warum es sich weder beim Meckern und Jammern, noch beim Moralisieren um Kritik handelt.

Sendungstermin
Sonntag, 18. Januar 2026 - 20:00 bis 22:00
Freitag, 6. Februar 2026 - 14:00 bis 16:00

Hinter die Kulissen

Sendung: 

Behemoth und die Dialektik der Aufklärung

In der Mythologie des Altertums wird von drei Ungeheuern berichtet, die das Chaos beherrschen. Behemoth beherrscht das Land, Leviathan die See und Ziz die Luft. Nach den apokalyptischen Schriften bekämpfen sich Behemoth und Leviathan und errichten kurz vor dem Ende der Welt eine Schreckensherrschaft. Nach beider Untergang kommt der Tag der Gerechtigkeit.

Der Philosoph Thomas Hobbes wählte Leviathan in der frühen Neuzeit als Metapher für den Staat als politisches Zwangssystem mit einem Rest von Rechtsstaatlichkeit; Behemoth hingegen firmiert als Sinnbild für Bürgerkrieg und Gesetzlosigkeit.

 

Sendungstermin
Sonntag, 21. Dezember 2025 - 20:00 bis 22:00
Freitag, 2. Januar 2026 - 14:00 bis 16:00
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