Sa, 25.10.: Antiatom-Aktion: "Tatort Philippsburg - Der Castor kommt! Wir sind schon da!"

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Die Südwestdeutschen Anti-Atom-Initiativen laden hiermit zu einer Presseaktion am Samstag, den 25.10.2014 an den Gleisen zum AKW Philippsburg ein. Treffpunkt ist um 10.30 Uhr der Bahnhof in Philippsburg. Aufstehen, bei jedem Wetter! "Die Anti Atom-Bewegung beginnt damit frühzeitig mit der Koordination des bundesweiten Widerstandes gegen die geplanten Transporte. Es spielt dabei keine Rolle, woher der Müll kommt, oder wohin er umgelagert werden soll. Jeder CASTOR-Transport stellt nur eine Scheinlösung im Umgang mit dem hochradioaktiven Atommüll dar."

 

Während Japan weiterhin Strahlung im Höchstmaß in die Welt abgibt (IPPNW) und das AKW Fessenheim bereits im Normalbetrieb direkt in der Nachbarschaft "über den Schornstein und das Abwasser ständig krebserzeugende Radioaktivität an die Umwelt" abgibt (BUND), kofinanzieren Deutsche Bank, Commerzbank und Allianz weiterhin britische Atomwaffen am schottischen Standort (IPPNW). Im AKW Fessenheim entstünden beispielsweise pro Jahr "in etwa die kurz- und langlebige Radioaktivität von ca. 1800 Hiroshima-Bomben" (BUND). Direkt nebenan.

Die Antiatominitiative .ausgestrahlt über die aktuellen, gewichtigen aber medial nur hintergründig ablaufenden globalen und politischen Ereignisse: "Eon akzeptiert die politische Entscheidung    zum Aus für Atommüll-Transporte nach Gorleben und zu einem Neustart der Standort-Suche nicht und klagt gegen das Endlagersuchgesetz. Der Atomkonzern verlässt damit quasi den  Verhandlungstisch und eskaliert einmal mehr im Jahrtausendkonflikt. Derweil gestaltet sich die Atommüll-Kommission eher wie eine Schmierentragödie, bei der die tatsächliche Reichweite des Atommüll-Dilemmas aus dem Blick gerät, während sich Meldungen etwa zum weitreichenden Defekt von Atommüllfässern in den Kavernen des AKW Brunsbüttel häufen. Als wäre das nicht genug, peitscht die EU-Kommission kurz vor ihrem Abtritt mit Zustimmung des deutschen Kommissars Oettinger die Subventionierung des AKW-Neubauprojektes Hinkley Point C in Großbritannien durch. Ein Nein von Deutschland hätte das Aus für den gefährlichen und exorbitant teuren Neubauplan bedeutet."

Radioaktivität lässt die Welt verdammt klein werden, und lokale Verstrahlungen betreffen selbstverständlich die ganze Welt, seien sie noch so weit entfernt. Die internationale Ärzteorganisation IPPNW setzt sich beispielsweise weltweit gegen Atomwaffen und -energie ein und gibt weitere Termine in den nächsten Tagen bekannt:

Am 25. September werden die neuen Daten zu den weltweiten Finanzgeschäften der Banken mit Firmen, die Atomwaffenkomponenten und -Trägersysteme herstellen, in Berlin veröffentlicht. Die neue Ausgabe der ICAN/PAX-Studie „Don’t Bank on the Bomb“ wird um 10 Uhr in der Landesvertretung Rheinland Pfalz, In den Ministergärten 6, 10117 Berlin, vorgestellt.

Vom 26. September (Internationaler Tag der UNO zur Eliminierung von Atomwaffen) bis 4. Oktober beteiligen sich bundesweit viele Gruppen an zehn Aktionen vor Commerzbank-Filialen und der Zentrale der Deutsche Bank, um Kunden auf die Verstrickung dieser Banken in Atomwaffengeschäfte aufmerksam zu machen. Mehr Informationen zur Kampagne „Atomwaffen – ein Bombengeschäft“: http://atombombengeschäft.de/

 

Auf lokaler Ebene haben sich vergangenen Monat Menschen vor Ort zusammen geschlossen und gegen Weiterbetrieb des AKW Phillipsburg, Atomtransporte und Einlagerung des Atommülls aus La Hague in Philippsburg (und auch nicht anderswo) stark gemacht und am 21.9. einen Sonntags-Spaziergang zum AKW Philippsburg unternommen. Der Zusammenschluss der Gruppe Bruhrainer Bürger für eine atomfreie Zukunft und die Gruppe Anti-Atom-Ini aus Karlsruhe bilden das Anti-Atom-Bündnis Philippsburg. In ihrer Rede informierte Anete W. über die geplanten Einfuhren: "Bis vor kurzem hieß es, dass in 2015 der Transport von 5 Castor Behältern mit in Glaskokillen eingeschmolzenem Atommüll aus La Hague / Frankreich nach Philippsburg stattfinden soll. Das wurde laut Frankfurter Rundschau vom 10. Sept. nun auf 2016 verschoben. Aus Sellafield / Großbritannien werden weitere 21 Castorbehälter in den nächsten Jahren in Deutschland erwartet, auch da sind die Termine und die Zwischenlager noch unbekannt. (...) Weitere Castoren bedeuten auch eine weitere Befüllung des Zwischenlagers in Philippsburg. Es liegt an der Enbw den Antrag auf eine Zwischenlagerung in Philippsburg zu stellen." Das Bündnis fordert selbstverständlich die komplette Stillegung beider Reaktoren in Phillippsburg, doch selbst der bereits vom Netz genommene Rekator stellt weiterhin eine Gefahrenquelle dar: "KKP 1 produziert zwar keinen Atomstrom mehr, das gesamte radioaktive Inventar ist aber noch im Reaktor vorhanden. Fukushima ließe grüßen   ̶ wäre das Lagerbecken mit den Brennelementen auch nur für wenige Tage nicht gekühlt", so Mathias M. Auch für das weitere Verfahren der Abschaltung scheinen den politischen und wirtschaftlichen Akteuren jegliche Pläne zu fehlen.

 

Aktion am kommenden Samstag in Phillippsburg! Aufstehen, bei jedem Wetter!

"Im Rahmen eines Vernetzungstreffens der Südwestdeutschen Anti-Atom-Initiativen mit der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg und der Anti-Atom-Initiative „.ausgestrahlt“ statten VertreterInnen der Organisationen dem Tatort Philippsburg einen Besuch ab.  (...) Die Anti Atom-Bewegung beginnt damit frühzeitig mit der Koordination des bundesweiten Widerstandes gegen die geplanten Transporte. Es spielt dabei keine Rolle, woher der Müll kommt, oder wohin er umgelagert werden soll. Jeder CASTOR-Transport stellt nur eine Scheinlösung im Umgang mit dem hochradioaktiven Atommüll dar", (Pressemitteilung der Veranstalter vom 22.10.2014).

Presseaktion, Samstag, 25.10.2014 an den Gleisen zum AKW Philippsburg

Treffpunkt ist um 10.30 Uhr der Bahnhof in Philippsburg

Veranstalter der Aktion am Samstag in Phillippsburg:
Südwestdeutsche Anti-Atom-Initiativen
c/o Andreas Raschke
Tel.: 0160/94724249, Email: presse@atomausstieg-sofort.de

Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V. Torben Klages
Tel. 05841/4684, buero@bi-luechow-dannenberg.de

.ausgestrahlt - Jochen Stay
Tel: 0170 - 93 58 759, j.stay@ausgestrahlt.de

 

Quellen:

BUND-Regionalverband Südlicher Oberrhein-Newsletter vom 8.7.2014

IPPNW Pressemitteilung vom 18.9.2014

IPPNW-Newsletter vom 11.10.2014

.ausgestrahlt-Newsletter vom 15.10.2014

Pressemitteilung der südwestdeutschen Anti-Atom-Initiativen vom 22.10.2014