agoRadio

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agoRadio ist ein Experiment, unter veränderten medientechnologischen Bedingungen unerhörtes Radio zu produzieren.

Was war das alte Medienverständnis? Um ein Zentrum gruppiert,  wurden die "Empfänger" zur Peripherie und auf diese Weise zur "Masse" der „Massenmedien“. Mit der Digitalisierung, Miniaturisierung und Vernetzung medialer Technologien verändert sich die Situation. Empfänger werden in Netzstrukturen potenziell zu Sendern. Computer,  jedes handelsübliche Handy ist in sich auch Kamera, Rekorder, Tonstudio und Sendeplattform. Damit entsteht eine unübersichtliche, potenziell anarchische Struktur medialer Vielheiten und Öffentlichkeiten.

Die gegenwärtige politische Entwicklung sozialer Verelendung und zunehmender Militarisierung verlangt nach der Herstellung anderer Öffentlichkeiten. Dazu soll agoRadio Gelegenheit bieten.

Kontakt: redaktion@agoradio.de

Webseite: www.agoradio.de

 

Redakteur(e): 

Fluchten und Rassismen

Sendung: 

In den vergangenen Jahren mußten die Europäer die ernüchternde Erfahrung machen, daß die Gewalten einer Destabilisierung, mit denen sie die Welt als Teil einer „westlichen Wertegemeinschaft“ überziehen, vor ihnen selbst nicht halt machen. Gewiß, man hätte voraussehen können, daß die Verwandlung ganzer Regionen des Nahen und Mittleren Ostens in Kriegsschauplätze, die Politik einer Verelendung ganzer Bevölkerungen, die vollständige Zerstörung staatlicher Strukturen wie im Irak eine Dynamik freisetzen würde, die dem Terrorismus ungeahnte Kräfte zuführen mußte.

Sendungstermin
Sonntag, 24. Oktober 2021 - 20:00 bis 22:00
Freitag, 12. November 2021 - 14:00 bis 16:00

Thomas Bernhard: Alte Meister

Sendung: 

Eine Lesung von Markus Boysen

"Die höchste Lust haben wir ja an den Fragmenten. Wie wir am Leben ja auch dann die höchste Lust empfinden, wenn wir es als Fragment betrachten. Und wie grauenhaft ist uns das Ganze und ist uns im Grunde das Fertige, Vollkommene. Erst wenn wir das Glück haben, ein Ganzes, ein Fertiges, ja ein Vollendetes zum Fragment zu machen, wenn wir daran gehen, es zu lesen, haben wir den Hoch-, ja unter Umständen den Höchstgenuß daran. Unser Zeitalter ist als Ganzes ja schon lange Zeit nicht mehr auszuhalten, sagte er ..."

 

Sendungstermin
Sonntag, 25. Juli 2021 - 20:00 bis 22:00
Freitag, 13. August 2021 - 14:00 bis 16:00

Flucht: Trauma, Sexualität und Masse

Sendung: 

Psychoanalytische Gespräche

"Der Glaube, über den Anderen verfügen zu können, ist eine Illusion und kommt aus einer strukturell perversen Tendenz. Angesichts der massenhaften Fluchtbewegungen aus Not, die u.a. mit nationalen Grenzziehungen und einem milliardenschweren Abkommen mit der Türkei unsichtbar werden sollen, wird deutlich, wie der fliehende Mensch, hin- und her- und abgeschoben, sogar zur Ware, einem Fetisch wird."

Sendungstermin
Sonntag, 27. Juni 2021 - 20:00 bis 22:00
Freitag, 9. Juli 2021 - 14:00 bis 16:00

Aspekte des Virtuellen

Sendung: 

Begriffe des Virtuellen drängen sich zunehmend auf - angesichts einer ökonomischen Wirklichkeit, die jeden Bezug zur "Realität" verloren zu haben scheint. Zu klein sind die technologischen Abstände geworden, die das Leben kontrollieren, als daß sie sich noch in kohärenten Kategorien denken oder auf eine repräsentierbare Identität beziehen ließen.

 

Sendungstermin
Sonntag, 23. Mai 2021 - 20:00 bis 22:00
Freitag, 11. Juni 2021 - 14:00 bis 16:00

Die Eklats des Genießens

Sendung: 

"Denn nicht ist zunächst der eine, der sich sodann in eine Beziehung zu anderen begibt. Von Anfang an, sollte dies denn noch gesagt werden können, erscheinen sie einander gemeinsam, weil zugleich unendlich voneinander getrennt ...

Sendungstermin
Sonntag, 25. April 2021 - 20:00 bis 22:00
Freitag, 14. Mai 2021 - 14:00 bis 16:00

Prostitution, Arbeit, Emanzipation

Sendung: 

Es wird wieder heiß diskutiert: Über Freier, Freiwilligkeit und Feminismus. Welche Annahmen und Politiken verbergen sich im Diskurs um käuflichen Sex?

 

Sendungstermin
Sonntag, 28. März 2021 - 20:00 bis 22:00
Freitag, 9. April 2021 - 14:00 bis 16:00

Spekulation und Spektakel

Sendung: 

Das lateinische speculum bezeichnet den Spiegel und das Spiegelbild. In Spiegelsystemen finden Spekulation und Spektakel zueinander. Während das Spektakel einem hypnotischen Exzeß von Effekten gleichkommt, die ohne "realen" Kern sind oder jedes Moment eines "Realen" verbrennen, erzeugt die Spekulation vermeintliche Werte, denen im "Realen" nichts entspricht. Guy Debords einflußreiches Buch über die Gesellschaft des Spektakels kündigte in den sechziger Jahren auch kulturtheoretisch an, was sich in den siebziger Jahren dann freisetzte und einen neuen Zyklus der Kapitalverwertung einleitete: die weltweite Entfesselung gewaltiger spekulativer Kapitalien, die in globalem Maßstab marginalisierten, was "Realökonomie" genannt wurde.

Sendungstermin
Sonntag, 28. Februar 2021 - 20:00 bis 22:00
Freitag, 12. März 2021 - 14:00 bis 16:00

Todesproduktion – Von Zombies und anderen Subjekten

Sendung: 

In seinem letzten großen Zombie-Film Land of the Dead entwirft G.A. Romero das Szenario einer Stadt, in der sich die Reichen in den Luxus eines Towers zurückgezogen haben, in dem sie alle einschlägigen Annehmlichkeiten genießen. Die Masse der Überlebenden vegetiert unter ihnen in Elend dahin, gerade gut genug, den Privilegierten die Privilegien zu sichern.

 

Sendungstermin
Sonntag, 24. Januar 2021 - 20:00 bis 22:00
Freitag, 12. Februar 2021 - 14:00 bis 16:00

Zeit der Revolutionen

Sendung: 

Zur Aktualität eines Anachronismus

Die Zeit der "Revolutionen" scheint seit langem vorüber, ihre Vorstellungswelt als Illusion erwiesen zu sein. Oder wer könnte noch dem Glauben nachhängen, ein fundamentaler Umsturz werde die gesellschaftlichen Verhältnisse grundsätzlich neu strukturieren, ihre Geschichte auf neue und vor allem "menschliche" Grundlagen stellen können?

 

Sendungstermin
Sonntag, 22. November 2020 - 20:00 bis 22:00
Dienstag, 15. Dezember 2020 - 14:00 bis 16:00
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