Die große WEIGERUNG – aktueller denn je?
Systemopposition
Es ist kaum übertrieben, den Sozialphilosophen Herbert Marcuse als die graue Eminenz und den spiritus rector der Achtundsechziger-Rebellion zu bezeichnen, die ja zunächst als Studentenbewegung in Fahrt kam. Vielleicht nicht das Hauptwerk, aber bekannteste Buch des Neomarxisten war Mitte der 60er Jahre »Der eindimensionale Mensch« (mit dessen Lektüre sogar Dieter Bohlen einst kokettierte). Als Triebkraft der Umwälzung könne nicht mehr die domestizierte Arbeiterschaft der westlichen Länder gelten, sondern nur noch marginalisierte Milieus und Subkulturen; diese seien allerdings minoritär, unorganisiert und sich ihrer objektiv oppositionellen Rolle oft nicht einmal bewußt.
»Als die Krawalle ausbrachen in Rom, war Herbert Marcuse da, als die Krawalle ausbrachen in Paris, war Herbert Marcuse da, als die Krawalle ausbrachen in Berlin, war Herbert Marcuse da.«
»Den Marcuse kann man nicht ins Museum stellen, da wo '68 ausgestellt wird. Den ›eindimensionalen Menschen‹ kann man nicht begraben. Das kann man alles mit Marcuse nicht machen. Dafür ist er zu subversiv. Und das wißt ihr doch eigentlich.«
