Best of the Best! Zirkonien des Jahres 2021

Die Zirkonien des Jahres Die Zirkonien des Jahres 2021: Hörbefehle unserer Redaktionen

Puh! 2021 war ja echt ein echtes Kackjahr... Aber: Es war nicht alles schlecht! Gute Platten kamen auf den Markt, und Wir wollten von unseren Redaktionen wissen, was es denn Hörenswertes gab. Es gab ein großes Feedback, und an dieser Stelle wollen wir diesen Output salzen, marinieren und verbraten. Hier kommen die besten Alben des Jahres: DIE ZIRKONIEN DES JAHRES 2021!

Wichtig: ein Klick auf den Albumtitel bringt euch direkt zum Album zum direkten loshören, und die Playlist mit allen Hörtipps findet ihr hier.

Licht im Dunkel: die besten Alben laut Tina und Micha (Schrägfunk)

Sperling - „Zweifel“ (VÖ: 22.01.2021)
Bereits im Januar war klar: „Zweifel“ ist für uns eine der Top-Platten des Jahres 2021! „Mond“ ist gar unser Lied des Jahres. Die fünfköpfige Band Sperling, ursprünglich aus dem Hunsrück, macht recht düstere Musik. Doch in dieser Finsternis scheint immer ein kleines Licht, das eine enorme Kraft entfaltet. So melancholisch oder stellenweise hart die Musik und der Sprechgesang klingen mögen, es steckt unheimlich viel Poesie darin.
Anspieltipp: „Mond“

Kantine - „Rosa“ (VÖ: 29.10.2021)
Und schon wieder mit einem Ohrwurm von Kantine aufgewacht! Gestern mit „Rosa“ im Kopf eingeschlafen, heute mit „Mascis“ aufgewacht. Die vierköpfige Band aus Karlsdorf versteht sich auf geradliniger Gitarrenmusik, die extrem gut tanzbar ist und gleichzeitig Futter für Hirn und Herz bietet. Nach einem kleinen Ort irgendwo im Umland Karlsruhes klingt die Musik im übrigen gar nicht, sondern eher großstädtisch oder gar kosmopolitisch. Bei Gelegenheit unbedingt live sehen und hören!
Anspieltipp: „Mascis“

Shitney Beers - „Welcome to Miami“ (VÖ: 23.07.2021)
Shitney Beers alias Maxi Haug aus Mannheim beweist, wie leise und eindringlich Punk sein kann. Sie selbst bezeichnet ihre Musik als „Schleimschnulzenmucke“, wir hören eine sanfte Stimme, schöne Melodien und nachdenkliche und großteils romantisch angehauchte Texte. Anspieltipp auf der durchweg sehr, sehr hörenswerten Platte „Welcome to Miami“ ist der Song „Lucky“.
Anspieltipp: „Lucky“

Ian Miles - „Degradation, Death, Decay“ (VÖ: 15.10.2021)
„Degradation, Death, Decay“. Der Titel des Albums verweist in die dunkelsten Ecken der menschlichen Existenz. Nach dem Hören der zweiten Singleauskopplung „Truest Blue“ überwältigt die Mischung aus Traurigkeit und sanfter Schönheit, getragen von Miles zerbrechlicher und zugleich starker Stimme vollends. Bewegend, beängstigend und die Frage, kann ich dieses Album hören, ohne zu tief in diese Stimmung zu sinken? Am Ende: Es lohnt sich, das Risiko einzugehen auch wenn nicht alle Lieder Hits sind.
Anspieltipp: „Truest Blue“

Wilder Mix: Die sechs besten Alben des Jahres aus Sicht von Flavio (Musikgeschichten)

Mine - HINÜBER
Die Brille ist zurück, und wie immer singt Mine quasi nur über sich, über Gefühle, über Liebe, innere Zerrüttetheit, aber kaum jemand macht das besser als sie.
Anspieltipps: Audiot und Mein Herz

Danger Dan - Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt (das unerwartete Klavieralbum)
Selbst ohne den Überburner "mit der Kunstfreiheit" ein absoluter Glücksgriff für ihn und für uns. Hier stimmt einfach alles auf dem Album. Ich weiß bis heute nicht, wie ihm das gelungen ist, und er wird das garantiert niemals wiederholen können.
Anspieltipps: Eine gute Nachricht und Ingloria Victoria

Fatoni & Edgar Wasser - Delirium
Irgendwie ein inkonsistentes Album, und irgendwie wirkt es auch schnell dahergerotzt, und ich kann gar nicht richtig erklären, warum es mir trotzdem so verdammt gut gefällt. Ich glaube, da musste einfach was aus Edgar Wasser und Fatoni raus, und: da ist es! Da sind schon paar richtig gute Stücke drauf.
Anspieltipps: Danke für dein Feedback und Das Leben ist dumm

PeterLicht - Beton und Ibuprofen
Habe ich bei Stöff zum ersten Mal im April in ihrer Sendung bei uns gehört. PeterLicht sowieso super interessant. Und das Album wurde von mal zu mal immer und immer besser. Kenne kein besseres Album, bei dem es ärger von vorne bis hinten um Depression geht und dennoch ein ziemlich positives Album ist. Irgendwie.
Anspieltipps: Dämonen und ...e-scooter deine Liebe.

Eddy de Preto - À TOUS LES BATÂRDS
Der Typ sieht aus wie ein absoluter Außenseiter und ist doch so absolut cool. Eine verrückte Stimme, ein Antiheld. Erinnert an Stromae, also von der Idee, Chanson mit Elektronischer Musik zu verweben. Ist aber etwas weniger trashig im Sound und das alles ist eine ganz arg tolle Mischung aus Hiphop und Chanson.
Anspieltipps: Val des Larmes und Bateaux-Mouches

Django Django - Glowing in the Dark
Die vier Jungs aus Großbritannien machen seit 12 Jahren miteinander Musik und haben schon vier Platten aufgenommen. Sie lernten sich kennen, wie sich Bands oft kennenlernen, Studienfreunde an einer künstlerischen Hochschule finden zueinander, der eine holt den anderen dazu, man probt zusammen und plötzlich ist man eine Band. Anfangs sind die Stücke von ihnen noch recht konstruiert worden, mittlerweile haben sie einen klanglich organischeren, liveartigen Klang bekommen, die Songs auf der Platte sind allesamt eingängig und die Platte kann wirklich an einem Stück Problem durchgehört werden, ohne dass sie nervt.

Die buntesten Alben des Jahres aus Sicht von Stefan (Der Ball ist bunt)

ZSK - Ende der Welt
Skatepunk vom feinsten. Nach einer verlorenen Wette schrieb Joschi ein Lied über Christian Drosten und setzte dem Virologen damit ein musikalisches Denkmal.
Anspieltipp: Ich habe besseres zu tun.

Deep Purple - Turning to Crime
Wenn man aufgrund der Corona-Pandemie nicht als Band proben kann, spielt jeder Musiker seinen Part zuhause ein - und dann wird alles im Studio zusammen gemixt.
Ein hörenswertes Album mit ausschließlich Coversongs.
Anspieltipp: Oh Well (Fleetwood Mac Cover)

Supernova Plasmajets - Now or never
Zweites Studioalbum der Mannheimer Glamrocker, hat in der Fachpresse hervorragende Kritiken bekommen. Eingängiger Hardrock mit einer Covernummer aus den 80ern.
Anspieltipp: Break me down.

Swiss und die Andern - Linksradikaler Schlager
Unser Schlageralbum des Jahres. Und politisch sehr korrekt. Geht ins Ohr und in die Beine, darf auf keiner Party fehlen.
Anspieltipp: Linksradikaler Schlager

Los mejores álbumes aus Sicht von Ana (La butaca)

Arooj Aftab – Vulture Prince
Drittes Album der in Brooklyn lebenden pakistanischen Künstlerin Arooj Aftab.  Wie sie selbst sagt, geht es bei diesem Album darum, Orte wieder zu besuchen, die ihr gehörten, die aber nicht mehr unbedingt existieren. Die klangvolle Erinnerung an Menschen, Freundschaften, Beziehungen, die unerwartet zu Ende gingen, an Orte, die man wieder besuchen kann, obwohl sie nicht mehr existieren.  In der Beschreibung des Albums heißt es: "Feuchte Erde, reifes Steinobst und eine leichte Rauchnote erzählen eine Geschichte über die Farbe Violett und all ihre schönen Aromen, die durch die Monsunzeit verstärkt werden".
Mein Lieblingssong des Albums:  Mohabbat

BLK JKS – Abantu/Before Humans
In den späten 2000er Jahren war dieses rätselhafte südafrikanische Rock-Quartett einer der beliebtesten Vorschläge der Underground-Szene, und jetzt sind sie nach mehr als zehn Jahren der Stille mit diesem neuen Werk namens Abantu/Before Humas zurück. Eine sehr gelungene Mischung aus afrikanischer Musik und Alternative Rock mit einem Hauch von Melancholie.
Mein Lieblingssong des Albums: Harare

Rodrigo Amarante – Drama
Rodrigo Amarante wurde durch das Thema "Tuyo" aus der Serie Narcos und durch sein erstes Album "Cavalo" von 2014 bekannt. Er hat auch Lieder für viele Prominente geschrieben. In diesem Jahr veröffentlichte er sein zweites Album, Drama, eine faszinierende Sammlung von Liedern, die den Hörer von Anfang bis Ende fesselt, da er in verschiedenen Stilen und Sprachen singt und spielt, während er seine Geschichte in poetischen Texten erzählt.
Mein Lieblingssong des Albums: Tango

Combo Lulo – Neotropic Dream
Das Nonet - bestehend aus vier Trompeten, Keyboard und zwei Perkussionisten - begann als instrumentales Studioprojekt, hat sich aber inzwischen zu einer der innovativsten Bands in New York City entwickelt, die die Formel für die Verbindung der Klänge der karibischen Diaspora geknackt hat - ein buntes Amalgam aus klassischen und oft vergessenen Stilen wie Cumbia, Rocksteady, Dub, Ethiojazz und Afrobeat.
Mein Lieblingssong des Albums: Culebra mentirosa

Orchestre Tout Puissant Marcel Duchamp - We're Ok But We're Lost Anyway
OTPMD war schon immer eine faszinierende Band. Mit 6 oder 18 Mitgliedern zu jeder Zeit ist es schwer zu definieren, aber es gibt eine Konstante: das schillernde Kaleidoskop aus Post Punk, globalen Rhythmen, Free Flow Jazz, Brass Band und Afro Beats, das die Gruppe hervorbringt. Sie waren schon immer ein aufregendes, fließendes, unbeständiges, aber ideenreiches Projekt. Auf dem neuen Album ist es ihnen gelungen, diese zwanghafte Energie zu nutzen, um etwas Außergewöhnliches zu schaffen, ohne etwas von ihrer natürlichen Spontaneität zu verlieren.
Mein Lieblingssong des Albums: So many things (to feel guilty about)

Die eine qualitative Perle von Tom (Dreadheadz)

Late Night Tales presents Version Excursión by Don Letts
Aus jedem guten Musiktrack lässt sich immer auch eine gute Dub/Reggae- Version wandeln, das lässt Qualitätsleugner und Hörverweigerer aufhorchen! Das Album ist genial produziert und vom DJ, Radio-DJ und Filmemacher Don Letts liebevoll und mir Respekt kuratiert und wird das Mainstream-Publikum ausserhalb des Reggae ansprechen und Hörgewohnheiten, ja, euer Leben verändern und Musikinteressierten ausserhalb der Dub/Reggae Szene einen Blick auf die Schönheit von Dub gewähren.
Anspieltip:Black Rabbit mit Prince Fatty (Original von Jefferson Airplane)

Die liebsten Platten des Jahres von Alwin (My Record Machine)

The Lathums – How Beautiful Life Can Be (Release: 24.09.2021)
Man nehme die Bands ‘The Coral’, The Smiths und The Beatles, dazu noch ein wenig The Kooks, The Libertines und Oasis. Schüttelt das Ganze ordentlich durch und heraus kommt ein fantastischer Cocktail mit dem Namen „The Lathums“. Keine andere Band verkörpert im Jahr 2021 so sehr den britischen Sound der 80er und 00er Jahre wie diese Band. Das Album „How Beautiful Life Can Be“ gehört daher für uns zu einem der spannendsten und besten Debutalben des Jahres.
Anspieltipp: I’ll Never Forget The Time I Spent With You

Kings Of Convenience – Peace Or Love (Release: 25.06.2021)
Die Könige der Bequemlichkeit sind nach 12 Jahren endlich mit einem neuen Album zurück. Das neue Album „Peace or Love“ hört sich wie die vorhergehenden an. Also perfekt. "Peace Or Love" ist der perfekte Soundtrack zum Aufatmen. Am Fluss sitzen, Schuhe ausziehen, in den Himmel schauen (Sommer). Am Kamin sitzen, Schneeflocken betrachten und Träumen (Winter). Kein R-Wert, kein Impfzentrum, keine Varianten, keine Inzidenz, keine Impfdiskussion. Nein, nur Frieden oder Liebe.
Anspieltipp: Love Is A Lonely Thing

Die Liga der Gewöhnlichen Gentlemen – Geschichterln aus dem Park Cafe (Release: 09.07.2021)
Wo man hinsieht, Pandemiegeschichten und Problemsituationen: Gentlemenlike schweigt die Band „Die Liga der Gewöhnlichen Gentlemen“ über all dies und besingt lieber die einfachen Themen des Lebens und die Antihelden des Alltags und geben auch noch gute Ratschläge: „sind die Zeiten auch hart, sein höflich und smart.“
Anspieltipp: Es Ist Nett, Nett Zu Sein

Sault – Nine (Playlistlink) (Release: 08.10.2021)
Wer auf Soul, Funk, Afrobeat, Gospel, Disco, R&B, HioHop, Dub und 60/70er-Sound steht, ist bei der britischen Band Sault genau richtig. Die Musik der Band Sault kann als Soundtrack der Black Lives Matter Bewegung und als eine Antwort auf das durch Rassismus zerfressene System verstanden werden. Wie die Vorgänger Alben ist die Platte „Nine“ somit ungemütlich, düster, hoffnungslos dann aber wieder positiv und lebensbejahend und plädiert für den Traum einer besseren Zukunft. Wer bei der Band mitmischt ist weitestgehend unbekannt. Von der Presse halten sie sich fern, Live-Auftritte gibt es nicht, Fotos auch nicht. Die Musik stand für 99 Tage gratis im Internet. Es ist ganz klar: Es geht bei Sault nicht um die Band, sondern nur um die Musik. Und die ist hervorragend.
Anspieltipp: London Gangs und Bittersweet

Fritz – Pastel (Release: 12.02.2021)
Der richtige Name von „Fritz“ ist Tilly Murphy. Sie ist gerade mal 22 Jahre alt und kommt aus Newcastle, Australien. Sie singt, wie sie selbst sagt, über das Erwachsen werden, über die Jugend, Freunde, Familie und das ganze verdammt Leben. Langweilig? Auf gar keinen Fall. Für uns das wohl beste Dream-Noise-Pop Album des Jahres.
Anspieltipp: Sweetie

Hier die weit mehr als 5 besten Alben des Jahres according to Andy (Andy's Jazz Workshop)

"Hier meine Top 5 wobei mir die Wahl schwer viel bei so vielen guten Records die mir 2021 aufgefallen sind."

Soil & Pimp Sessions - The Essence Of Soil (Victor Rec. Japan)
Ein Album voller Coverversionen, so weit so absolut Usus im Universum des Spritual Jazz.
Doch eher selten gelingt es einer Band , solche Stücke dann über ihre Interpretation zu den eigenen zu machen. Great !!!

Brandee Younger - Somewhere Different (Impulse/Universal)
Harfinistin Brandee Younger , Grenzgängerin in der Tradition ihrer avantgardistischen Vorgängerinnen
Dorothy Ashby, Alice Coltrane.
Anspiel-Tipp: Spirit U Will. Tolles Debüt !!!

Anthony Joseph - The Rich Are Only Defeated When Running Their Lives (Heavenly Sweetness/Broken Silence)
Mit dem ebenso unmissverständlichen wie leidenschaftlichen Albumtitel ist Anthony Joseph achtes Album nicht nur das expliziste, sonder wohl auch das jazzigste des Londoner Poeten. Anspiel-Tipp Swing Praxis !!! Ein Londoner 14 köpfiges Orchester mit zwei weiblichen Stimmen, verwandeln Artrock in Spiritual Jazz.
Man sollte sich für dieses Album Zeit nehmen, sehr interessante Musik !

The Cookers - Look Out! (Gearbox Rec.)
Billy Harper / Donald Harrison / Eddie Henderson / David Weiss / Geroge Cables / Cecil McBee / Billy Hart
Sie sind Veteranen des modernen Jazz, doch sie können es nach wie vor : The Cookers haben ihr sechstes Album
in den legendären Rudie van Gelder Studios aufgenommen. Es ist verblüffend was die alten Herren hier bieten - Toll !

Hier noch ein paar Bonustipps die mir am Herz liegen :