Der Komplex mit dem Sex

Es war einmal ... die Utopie der sexuellen Befreiung, das Programm der sexuellen Revolution. Das ist lange her. Heute ersinnen Leute, die sich progressiv und queer dünken, Konzepte wie das der "Kontrasexualität" oder gar der "Asexualität". Vier Beiträge beleuchten sexuelle Konterrevolution und Austreibung der Lust:

  • "Der diskrete Charme der Onanie". Magnus Klaue erinnert an den französischen Yé-yé-Pop der 60er Jahre, an den vergessenen Zusammenhang von Leichtigkeit und Freiheit
  • Auszüge aus dem Buch "Vögeln ist schön", in dem sich Ulrike Heider (Jg. 1947) der Frage widmet, was unter dem Zeichen von Gender und Postfeminismus von der revolutionären Aufladung der Sexualität im Gefolge von 1968 geblieben ist
  • "Sigmund Freud und seine Kritikerinnen", ein Vortrag von Ljiljana Radonic über "Psychoanalyse als Gendertheorie"
  • "Das gelebte Nichts". Magnus Klaue über die Amöbenwelt, zu der den Ideologen die Menschheit geschrumpft ist, und deren jüngste Zellkultur: die Asexuellen

 

"Deprimiert von der Vorstellung, daß junge Menschen sich für die Abschaffung der Sexualität begeistern können, suchte ich weiter nach weniger trüben Äußerungen zur menschlichen Lust. Kurzzeitig hoffte ich, in der linksradikalen, autonomen und anarchistischen Szene etwas dazu zu finden. Worauf ich dort aber stieß, war nicht minder enttäuschend." (U. Heider)

 

"Daß der Yé-yé-Pop als Ausdruck der sexuellen Revolution und der Geschlechteremanzipation verstanden wurde, muß man erst in Erinnerung rufen in Zeiten, in denen [...] das Patriarchat durch kollektive Verwandlung von Männern und Frauen in konformierende Ekelpakete überwunden werden soll." "Was diese Lieder in einer Zeit rigiden Kinderschutzes anstößiger als zu ihrer Entstehung macht, ist die von keinem schlechten Gewissen getrübte Leichtigkeit, mit der [...] Pubertätsphantasien als Steigerung der Lust an sich selbst präsentiert werden." "Solche Aspekte des Yé-yé-Pop mögen heutigen Emanzipationsbeamten bestenfalls putzig erscheinen." (M. Klaue)

 

Sendetermin
Sonntag, 18. Januar 2015 - 20:00 bis 22:00
Wiederholung
Freitag, 30. Januar 2015 - 14:00 bis 16:00
Freitag, 6. Februar 2015 - 14:00 bis 16:00
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